Sonntag – Einkaufstag

Soeben in den Nachrichten: “Der Einzelhandelsverband ist mit dem Verlauf des Winterschlußverkaufs nicht zufrieden…”

Ich persönlich glaube ja, daß wir vom Einzelhandelsverband per se überhaupt keine anderen Meldungen hören, als die über seine Unzufriedenheit – systemimmanent bedingt (Klappern gehört zum Handwerk). Aber selbst wenn wir alle zusammen als große Konsumgemeinschaft über unseren Verhältnissen in die Läden strömten, wäre vermutlich der bereits eingetretene Effekt durch die Abwanderung von Käufen ins Internet nicht mehr abzuwenden.

Nun ist es ja nicht so, daß man es sich bloß bequem machen würde, wenn man von zu Hause aus bestellt, anstatt in den Laden zu gehen. Sicher, angesichts verregneter und kalter Tage ist dieses Verhalten nahezu zwingend. Und natürlich gibt es Waren des täglichen Bedarfs, die man blind bestellen kann. Aber gerade die Saisonartikel, über deren zähflüssigen Absatz heute geklagt wird, sollte man tatsächlich im Laden kaufen. Es erspart das Rücksenden.

Dennoch sehe ich triftige Vorteile, für den Kauf aus der realen in die virtuelle Welt zu wechseln. Und so sind es für mich insbesondere die Kulturgüter, für die ich meine Kaufentscheidung nahezu ausschließlich über das Internet treffe (inklusive einer Konzertplanung im Auslandsurlaub – eine sehr schöne Erfahrung). Und ich bewerte das als naheliegend.
Gerade sind mir Beethovens Klavierkonzerte untergekommen. Stöbern im Tamino-Klassikforum hat mir sehr schnell ein Bild über die Einspielungen von Format gegeben und ich konnte bei den namhaften Versendern direkt die Verfügbarkeiten sehen. In meiner unmittelbaren Umgebung gibt es keinen Laden mit klassischer Musik, heute ist zudem Sonntag, geöffnet wäre er ohnehin nicht. Und so sind als Resultat gerade Bestellungen von knapp unter 100 Euro (da ist noch eine erkleckliche Menge Jazz dabei) per https rausgegangen. Ich kann keinen Grund sehen, warum diese Entwicklung gestoppt werden sollte/könnte.

Übrigens, für Bücher weiche ich in eine Variante aus: Recherche im Netz, Bestellung aber bei meinem kleinen und sympatischen Buchladen um die Ecke. Zum Zuge kommt hierbei, daß ich dort nette und engagierte Leute kenne, die zudem intellektuell inspirierten Service bieten. Ich fände es schade, wenn die mangels Umsatzgelegenheit ihren Beruf nicht mehr ausüben könnten.
Sonntag ist mein Einkaufstag.


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