10. Februar: Tag der Kinderhospizarbeit

Die Diagnose “Unheilbare Krankheit” hat eine finale Konsequenz: den vorzeitigen Tod.

Unheilbare Krankheiten gibt es viele, dem Glauben an die Allmacht der Medizin zum Trotz. Wen das Schicksal erreicht, der steht an einem Scheideweg. Entweder er oder sie beginnt zu kämpfen und hofft auf die Abwendbarkeit dieser Konsequenz also auf ein Wunder oder aber man beginnt den bevorstehenden Tod als zentrales Element des restlichen Lebens zu akzeptieren. In jedem Fall wird es angesichts medizinischer Odysseen durch Krankenhäuser für die Betroffenen schwierig, ihr restliches Leben in der maximal möglichen Menschenwürde zu verbringen.

Dies gilt um so mehr für unheilbar kranke Kinder. Wenn Sie jung sind und noch nicht imstande, die Zeiträume, die das Leben bedeuten kann, zu begreifen, dann gelingt es manchmal, für den kurzen Rest Unbekümmertheit und Freude zu ermöglichen. Wenn Sie älter sind verstehen sie, was ihnen bevorsteht und es wird den Umstehenden schwer, die Frage nach der Gerechtigkeit dieses Schicksals zu beantworten und noch schwerer, den Kindern ihre Angst zu nehmen.

Aber neben den Kindern leiden auch die Eltern und Geschwister. Einerseits hadern sie mit dem Schicksal, verzweifeln an der Ungerechtigkeit. Andererseits stehen sie insbesondere am Anfang ohnmächtig neben diesem Kind, über dem das Damoklesschwert schwebt, unfähig die Situation zu meistern, ein Familienleben zu gewährleisten, das diesen Namen verdient.

In den beiden letzten Jahrzehnten haben sich Menschen verstärkt dieser Situation angenommen und Einrichtungen geschaffen, die jene Verzweiflungen lindern können. Hospize sind Häuser, in denen Menschen das Sterben “austherapierter” Kranker begleiten und erleichtern. Sie folgen einem Konzept in dessen Zentrum die Betroffenen stehen, die Sterbenden und ihre Angehörigen. Begleitet werden sie von medizinischem Personal und zunehmend auch von freiwilligen Betreuern. Nicht das Wiederherstellen von Gesundheit ist das Ziel sondern die Pflege und die Garantie von Menschenwürde.

Der Tag der Kinderhospizarbeit will auf die Situation lebensverkürzend erkrankter Kinder und deren Familien aufmerksam machen, Tod und Sterben müssen aus dem Tabubereich geholt werden. Dabei verfolgen die Initiatoren eine Reihe von Zielen: Einerseits sollen die Inhalte der Kinderhospizarbeit so bekannt werden wie es die Arbeit in den Kindergärten schon ist. Andererseits sollen weitere Menschen dazu motiviert werden, sich mit den erkrankten Kindern und deren Familien zu solidarisieren. Und ganz pragmatisch sollen ehrenamtliche und finanzielle Unterstützer gewonnen werden.

Der Deutsche Kinderhospizverein ruft dazu auf, als Zeichen von Verbundenheit grüne Bänder der Hoffnung zu tragen. Solch ein Band soll die betroffenen Familien mit ihren Freunden und Unterstützern symbolisch verbinden und auch die nötige Aufmerksamkeit auf die Arbeit erzielen.

2008 ist der 10. Februar ein Sonntag. Vielleicht lassen sich ja Mitstreiter gewinnen, die in ihrem sozialen Umfeld, in ihren Vereinen, in den Kirchen oder auch durch gemeinsame Standaktionen in Fußgängerzonen oder an Ausflugszielen diesen Tag mit Leben füllen und für die Arbeit der Kinderhospize werben. Material und Informationen kann man über http://www.deutscher-kinderhospizverein.de/7_kihotag.php beziehen.


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