Segeln vor Somalia aber Angst vor Uran im Trinkwasser – herrlich-böse Sottise von Michael Miersch
Michael Miersch läuft zur Hochform auf:
Wer wirklich starke Nerven hat, geht in iranischen Gewässern fischen, unternimmt eine Motorradtour durch den Jemen oder segelt vor der somalischen Küste – Volksgefängnis inklusive.
Und weiter:
Am 26. Mai dieses Jahres drängelten sich 77 Menschen auf dem Gipfel des Mount Everest. Wenn sie dann wieder am Flughafen sind und sich eine Zeitung am Kiosk holen, stoßen sie auf bedrohliche Schlagzeilen: “Uran im Trinkwasser!” oder “Politiker wollen Überraschungseier verbieten”. Die westlichen Gesellschaften haben sich auf die Suche nach dem Restrisiko begeben, und sie finden es überall: im Trinkwasser, im Mobiltelefon, in der Zahnfüllung. Besondere Gefahr lauert beim Essen von was auch immer. Was geht da vor? Warum fürchten sich Bungee-Springer vor Genmais?
Herrlich.
Als unbequemer Leitartikler in der bekannt unlinken Welt aus Springers Haus nimmt er die Sauregurken-Meldung vom Uran im Trinkwasser aufs Korn. Neben der – erwartbaren – Kritik an “einer professionellen Aktivistengruppe” packt er vor allem aber seine Berufskollegen an den Griffeln. Ihre Einordnung von Gefahren, realen und irrealen scheint ihm wohl verbesserungsfähig. Da steht er wohl nicht aleine, mit dieser Meinung.
Interessanter Aspekt: Sein Hinweis auf die unterscheidliche Wahrnehmung von freiwillig eingegangen und aufgezwungenen Risiken.
Weiter hier: http://www.welt.de/welt_print/arti2319932/Auf_den_Himalaja_ohne_Ueberraschungseier.html.
Tags: Gesellschaft, Miersch, Risiken, Risiko, Sottise, Wahrnehmung


