Es ist ja nicht so, daß mich Gewinnspiele immer kalt ließen. Aber meist scheue ich einfach das Hergeben meiner Adresse. Und dann stellt sich oft noch dazu heraus, daß die Fragen schlicht dämlich sind, das Teilnehmen wird also zur Zeitverschwendung.
Heute nehme ich dann doch mal an einem Gewinnspiel teil. Nicht, daß ich meine Regeln brechen wollte, nein, es ist was anderes. Und es ist auch nicht der ausgelobte Preis, etwa ein ein Sansa Fuze MP3- und Video-Spieler. Mit dem könnte ich zwar was anfangen, auf meinen 3-4 täglichen Hundespaziergängen. Wirklich, oft wünschte ich mir ein wenig Charles Lloyd oder auch Victoria Tolstoi zu hören oder Esbjörn Svensson (Gott-hab-ihn-seelig) – so beim dahintrotten am Bachlauf, mitten im Grünen, dem Vierbeiner beim Stromern zusehen. Das Szenario würde mich schon ein wenig reizen.
Nein, es ist ein – für ein Gewinnspiel – gänzlich unpassendes Motiv: Die Gewinnfrage provoziert mich.
Der Auslober nämlich, Frank Helmschrott, will dies wissen: Welches Betriebssystem nutzt Du? Wann würdest Du Dir wünschen ein anderes Betriebssystem zu haben und wann bist Du besonders froh, dass Du genau das richtige nutzt? Wann und wie wurde Dir die Plattformabhängigkeit bereits zum Verhängnis (Software, die auf Deiner Plattform nicht läuft, etc.)
Ha, das ist hinterlistig.
Natürlich benutze ich XP. Wie vermutlich die meisten hier im Netz. Und das schon viele Jahre. Vista hab ich mir gespart – im doppelten Sinne.
Mit XP hab ich immer noch alles, was ich brauche. Nein, XP macht mich nicht unzufrieden. Mein Betriebssystem lässt mich nämlich in Ruhe. Diese Abstürze und Konfigurationsorgien, von denen wohlfeile Kritiker immer wieder berichten, kann ich selbst nun gar nicht bestätigen. Mein Thinkpad erweist sich im Zusammenspiel mit dem XP als bombenfest.
Ok, ich nutze ansonsten fleißig Open Source: OpenOffice, Firefox, Thunderbid, Gimp und Scribus, das sind die Werkzeuge, die ich täglich offen habe. Aber mit meinem XP fühl ich mich “familiär”, wie der Ami sagen würde. Ich kenn mich mit dem DIng aus.
Und wenn “Es” – wie heute – einen dringenden Patch laden will, dann bin ich wirklich dankbar. Dankbar dafür, daß jemand an mich denkt und meine Maschine mit dem ausstaffiert, was ich nun wirklich brauche, damit – ja damit ich mich nicht weiter kümmern muß.
Ist mein Betriebssystem also ein Verhängnis für mich?
Hmm, da muß ich lange drüber nachdenken. Wenn ich mal so an die ganzen CDs und DVDs denke, die hier mit diversen -ix-Endungen herumliegen, wenn ich an die anderen Rechner denke, die unter meinem Tisch und im Regal stehen, alle jeweils minutenlang am booten… Ja, ein Verhängnis könnt das schon sein. Es ist wie bei einer guten Sucht, man kommt nicht los, trotz all der Versuche, die man nach guten Jahresanfangs-Vorsätzen oder einem Heise-Artkel immer wieder faßt. Ja, ich bekenne freimütig, ich bin abhängig von meinem XP.
Also, mit solch einem Bekenntnis schließe ich mich natürlich aus von der Teilnahme am Gewinnspiel, am Spiel um den Spieler. Lieber Frank, schade, daß ich Dich enttäuschen muß