Archive for the Category TuN – Technik und Netz

 
 

Facebook Konto gelöscht

Liebe “Ex-Freunde” auf Facebook, es ist nichts persönliches.

Ich habe heute mein Facebook-Konto geleert und gelöscht, sozusagen in einer Art Affekthandlung nachdem ich Tyler Brule bei der Zeit gelesen habe. Zuvor hatte ich schon Marshall Kirkpatrick den Hinweis auf das Zuckerberg-Interview gelesen.

Gründe gibt es wahrlich viele und eher ist es die Summe der einzelnen die mich getrieben haben, als ein Grund alleine. Ironischerweise mag es ein Kennzeichen Sozialer Netze sein, daß gerade die vernetzten Gründe dann den Ausschlag geben.

Die Tat schwelt schon länger, seit ich nämlich sehe, welche Banalitäten und Absurditäten manche der Menschen von sich geben, die ich im “realen” Leben als “vernünftig” kenne. Oder die sich mit wohl ausuferndem Zeitbedarf irgendwelchen Mafia-Spielen oder BauernhofDorf-Simulationen hingeben, sich beim Trinken oder beim in-religiöse-Sekten-abgleiten beobachten lassen. Und natürlich sah ich mich selbst mittendrin, affektiert um Aufmerksamkeit heischend, gebunden an fremdbestimmte Features, abhängig von Policies, die dem Marketing unterworfen werden.

Allen anderen wünsche ich noch viel Spaß.

Twitter – Nix für Über50?

Benutzungshinweis: Dieser Text ist nicht für Allesversteher. Die verstehen ja schon alles. Dieser Text richtet sich an die vornehmlich-noch-nicht-so-netz-affinen Menschen, die Twitter ausprobieren wollen, aber nicht recht wissen, wie sie das anstellen sollen und warum auch. Ich hoffe, ich kann eine kleine Anregung geben.

“Was soll ich mit diesem Twitter? Das ist doch was für die jungen Leute. “

Grade wir Älteren – und ab 50 zählt man dazu – sind es ja müde, immer wieder auf neue Züge aufzuspringen, die durch die Gesellschaft rasen und viel Volk aufsammeln. Allzuoft haben wir gesehen, es ist nur Mode, was uns als Innovation verkauft wird. Immer seltener ist man im Alter von wirklich wichtigen Strömungen zu überzeugen.

Sicher, Twitter ist ein “Kommunikations-Tool” für junge Leute. Allerdings nur dann, wenn man die Nutzerschaft auszählt. Denn die Technik an sich ist verständlich und verwendbar für jedermann. Jeder, der je eine SMS verschicken konnte, kann twittern. Obwohl die Analogie nicht 100%ig trifft ist Twittern – kurz erklärt – das öffentliche Versenden von SMS gleichzeitig an Bekannte und Unbekannte. Inhaltlich gibt es keine Grenzen – jedenfalls solange der eigenen Reputation durchs Twittern drohende Schädigung keine Grenze gesetzt wird.

Also, was ist dran am twittern?

Twittern bedeutet, die eigenen Augen auf dem „Livestream“, dem Strom ungefilterter Ereignisse zu haben. Ereignisse, die sich in den – oft unreflektierten – Statements von Menschen spiegeln. Twittern bedeutet aber auch, ständig mit Meinung torpediert zu werden, Meinungen, denen man zustimmen kann und Meinungen, denen man widersprechen muß. Und dazwischen kommt das Ach und Weh des Alltags, Unbedeutendes, Informatives, Rührendes, Naives, Verzweifeltes, Ödes, Spannendes, Dummes, Hoffnungmachendes – eben die Fülle des ganzen Lebens.

Und wann macht Twittern richtig Spaß?

Ganz einfach ;)

Eigentlich kommt es nur darauf an, den richtigen Leuten zu folgen und von ihnen – nein, nicht verfolgt sondern – gefolgt zu werden. Wer sich in der richtigen Gesellschaft wiederfindet, der unterhält sich auch gut. Nicht besonders neu, oder?

Stellen Sie sich mal einen Empfang vor. Sie sind gut angezogen, kommen allein und stehen in der Mitte des Saales. Sie fangen Gesprächsfetzen von überall auf, aber Sie sind nicht wirklich in ein Gespräch einbezogen. Um sie herum quatschen alle. Sie mühen sich. Vielleicht werden Sie ja sogar eine Antwort in dieser oder jener Art los. Aber Sie sind nicht wirklich in einem Gespräch. Und weil Sie einfach nicht mitkommen, gehen Sie nach Hause.

An dieser Stelle finden sich viele neugierige Kurz-Twitterer. Sie sind überwältigt von der Gewalt der Flutwelle, der sie keine Dämme und Schleusen entgegensetzen können. Tweets über Tweets, alle ohne Relevanz und ohne Verbindung zu eigenen Identität.

Aber wenn diese Hürde überwunden wird, kann Twitter großen Spaß machen. Und das gelingt auch Ihnen. Setzen Sie auf Persönlichkeit, auf Ihre Persönlichkeit. Verzichten Sie einfach auf Gemache und Getue, vergessen Sie Schlips und Kragen und seien Sie so wie sie sind. Denken Sie, aber grübeln Sie nicht. Formulieren Sie, aber wortklauben Sie nicht. Machen Sie nicht das Unwichtige wichtig und lassen Sie andere Meinungen gelten.

Und wie geht das jetzt mit dem Folgen?

Das geht ganz einfach über den Follower-Knopf. Den findet man im Profil der Person, die man gerade gelesen hat. Klick – und los geht’s.

Und wo sind jetzt die Tipps?

Hier:

Folgen Sie Ihren Vordenkern.

Lesen Sie Blogs? Gibt es Blogger, die Sie immer wieder gerne lesen? Versuchen Sie diese Menschen auf Twitter zu finden. Meist haben die Blogger einen passenden Link in ihrem Profil. Oder Sie suchen in der Profilsuche von Twitter nach dem Pseudonym oder dem Klarnamen. Aber Sie können natürlich auch eine Email schreiben und um den Twitternamen bitten. Folgen Sie diesen Menschen und machen Sie die Erfahrung, daß Sie nicht selten direkt “zurück-ge-followt” werden.

Was Sie davon haben?

Na, dann stellen Sie dort mal Fragen. Und beantworten Sie die Fragen der anderen. Sie werden echte Interaktion erleben, pure Kommunikation und ein Diskurs beginnt.

Folgen Sie Ihrem Hobby.

Sie sind ein Enthusiast des Geo-Cachings? Oder es begeistert Sie die Bundesliga? Sie spielen Rollenspiele? Besuchen Sie doch mal die Web-Seiten zu Ihrem Hobby und suchen dort nach einem “Follow us at Twitter”. Ihr Twitter-Konto wird unmittelbar zum direkten News-Feed Ihres Hobbys, gespickt mit Tips zu Webseiten und Links zu anderen Twitterern.

Folgen Sie Schulen und Unis und folgen Sie Unternehmen.

In den USA nutzen Bildungseinrichtungen Twitter schon sehr intensiv, denn aufgrund von Ressourcendefiziten (man kann auch Geldmangel sagen) bleiben ihnen kaum klassische Möglichkeiten der Veröffentlichung. In Deutschland haben die Einrichtungen zwar auch kein Geld aber sie haben das Twittern noch nicht entdeckt. Der Elfenbeinturm ist noch geschlossen. Aber vielleicht twittert ja gerade einer Ihrer Profs? Suchen Sie doch mal und konfrontieren Sie Ihren akademischen Lehrer mit den Thesen von einst.

Und Unternehmen twittern natürlich auch, allerdings aus ganz anderem Grund: Sie suchen Publicity, wollen “in” sein. Und das kann spaßig werden, weil es nur allzuoft entlarvt. Spannender kann es manchmal sein, nach Kollegen im eignen Haus zu suchen und ihnen zu folgen. Mancher Flurfunk wird nun auch endlich Sie erreichen. Und vielleicht können Sie selbst ja auch mal zur Erhellung beitragen?

Folgen Sie Freunden.

Sie haben viele Freunde auf Twitter, die Sie einfach nur noch nicht kennen. Untrüglich ist der tief empfundene Zwang, ein Posting zu retweeten, also einen Tweet quasi wie ein Echo wieder nach draußen an Ihre Follower zu geben. Wenn Sie etwas lesen, was andere unbedingt auch wissen sollten, dann ist das ein verlässlicher Hinweis auf potentielle Wesensverwandtschaft. Drücken Sie Follow!

Verwenden Sie zwei Profile.

Wenn Ihnen Ihr Chef aber schon den Auftrag gegeben hat, für die Firma das “neue Twitter Dings da” zu machen, schaffen Sie sich bitte sofort ein zweites Profil an, ein privates. Sie werden es bitter bereuen, wenn Sie Ihre Meinung nicht von der Ihrer Firma auseinanderhalten können. Spätestens beim nächsten Bewerbungsgespräch.

Seien Sie dabei. Und zwar oft.

Schauen Sie oft nach Ihrem Twitter-Konto. Es ist ein Fluss von Nachrichten und Meinungen, der ununterbrochen an Ihnen vorbei fließt. Wenn Sie nur einmal in der Woche hinschauen verpassen Sie die inspirierenden Diskussionen und die gutenTips.

Am besten schauen Sie mehrmals am Tag in Ihren Strom, auch wenn es nur für ein paar Minuten ist. Haben Sie einen passenden PDA oder ein “mobile”, dann nutzen Sie die U-Bahn auf dem Weg zur Arbeit, die drei Minuten nach dem Mittagessen, bis Sie das Tablett wegräumen oder die Zeit, während Ihre Lieben zuhause sinnlose Vorabendserien schauen (und das TV ohnehin für Sie blockiert ist). Twitdroid fürs Android-Phone oder Tweetie fürs iPhone sind gute Software-Vorschläge. Aber Achtung: packen Sie einen zweiten Akku ein oder ein USB-Ladekabel. Sie werden überrascht sein, wie lange 3 Minuten surfen sein können.

Jetzt erhöhen Sie Ihre Chancen, dass Ihnen Relevantes nicht entgeht.

Benutzen Sie die Schlüsselwort-Suche oder klicken Sie auf die Trending Topics.

Inspiration kommt nicht aus dem blauen Himmel. Wenn Sie für Geld kreativ denken müssen, dann lassen Sie sich helfen, in dem sie sich neuen Stichworten zuwenden. Die “Trending Topics” bündeln zeitnah und aktuell wichtige Themen. Schnell haben Sie hunderte Postings in wenigen Minuten zusammen, es entsteht ein umfangreiches Bild vor Augen, genug Material zum recherchieren.

Übrigens, die Wörter mit der Raute davor nent man Hash-Tags. Das ist englisch. Und man kann witzige Sachen damit machen. Sie werden schon sehen.

Benutzen Sie eine spezielle Desktop-Anwendung.

Twitter ist oft eine Kakophonie. Ein einziger gemischter Strom auf der Twitter-Homepage kann für den konservativ geschulten Intellekt (die akademische Karriere begann z.B. mit der Grundschule in den 60ern) unbeherrschbar werden.

Falls es Sie – wie auch mich – ablenkt, wenn viele Gespräche auf einmal laufen, probieren Sie TweetDeck, Seesmic oder Tweetie aus. Diese kostenlosen Programme trennen Tweets in Gruppen oder Listen auf, und Sie können auf einen Blick erkennen, was die Geo-Cacher, die Briefmarkensammler oder die Blogger mitzuteilen haben.

Fazit

Lassen Sie sich nicht abschrecken, Twittern ist ein Erlebnis!

(Inspiriert von/inspired by Lorrie Jackson )

PS: Twittern macht uns unglaublich relevant

Ich wähle.

Ich bin also mit dabei. Ich darf aus der Shortlist mein “Start-up des Jahres 2008” auswählen.

Meine Kriterien hatte ich Christina gegenüber so formuliert:

- Eine Geschäftsidee mit konkretem Nutzen für die Kunden
- Möglichst (ich weiß, meist eine unrealistische Idealvorstellung) eine Idee, die On- und Offline miteinander verbindet, die das Leben abseits von Tastatur und Schirm sinnvoll mit der Netztechnik verbindet
- Originalität der Geschäftsidee – ein MeToo ohne “Weiterdenken” wird es sicher nicht
- ein abzusehenderweise funktionierendes Geschäftsmodell, das NICHT ausschließlich auf Werbung setzt
- eine Firma mit motivierten Menschen, die nicht mit Hungerlöhnen abgespeist werden

Nun, letzteres wird ohne Besuch und Gespräch nicht rauszubekommen sein. Und als Kriterium dienen kann das nur, wenn alle Kandidaten danach angeschaut werden können. Scheidet also aus. Bleibt: NoCopyCat, NoAdvertisementOnly, NoAmusementOnly, NoOnlineOnly.

Andererseits sollten Art und Ausführung des Auftritts, Charme der “Ideen-Identität” oder auch Gründungs-Energie eine Rolle spielen, alles nicht wirklich messbar und somit auch nicht in Vergleichbarkeiten auszuwerten. Bleibt: Subjektives Einschätzen. Und subjektiv sehend komme ich auch am weitesten.

Ich hab mich deswegen für panfu.de entschieden.

Panfu bietet eine Plattform für die Kinderbedürfnisse nach Beschäftigung und Wettbewerb. Es gibt Begeisterung durch Spiel und Bereicherung durch Lerneffekt.

Panfu ist für Kinder und das ziehe ich beim Werten mit ins Kalkül. Deswegen versuche ich den Auftritt und seine Machart nicht mit meinem nüchternen Web2.0-Business-Blick zu prüfen, der mir eigentlich ein Schütteln einbringen müsste. Und so sehe ich dann konsequent umgesetztes Kindchen-Schema. So gut umgesetzt, daß die Um-die-10-Jährigen offensichtlich in Mengen kommen. In diesem Alter ist man anscheinend gerne ein Panda, wie die Kommentare im dortigen Blog belegen.

Panfu ist aber auch auf die BudgetBewilliger der Kinder ausgerichtet und denen wird ein schönes Argument verkauft. Denn diese Eltern wissen, das Spielen am Computer läßt sich nicht verbieten. Also greifen Sie zu, wo zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden “die Kinder lernen ja englisch”. Und an dieser Stelle findet sich dann auch Panfus Geschäftsmodell: Man kassiert Abo-Gebühren.

Irgendwo hab ich mal gelesen, daß ein echter Gründer erst dann ein richtiger Gründer ist, wenn er vom Serialisierungsffekt erwischt wurde. Nun, dann sind die Panfus Moritz Hohl und Kay Kühne die richtigen, denn sie sind auch Frazrs.

OK, wenn ich es richtig sehe, gibt es noch andere Kinder-Online-Spiel-Plattformen. Meine Entscheidung verstößt also gegen mein eigenes Kriterium. Aber besonders gefallen hat mir – und das hebt die Negativ-Wertung wieder auf – daß man das Thema binnen kurzer Zeit internationalisiert hat. Und die Sicherung des Unternehmenserfolges durch das – ich sagmal – “Ent-Regionalisieren” ist essentiell. Gelingt die Expansion mit Erfolg in fremdsprachlichen Märkten (gleicher Kulturkreise wohlbemerkt) ist das Konzept stimmig, der Gründer erfolgreich. Ein Startup des Jahres muß diese Perspektive bieten.

Also, alles in allem eine ausnehmend subjektive Entscheidung, meine Entscheidung.

Ich wünsche viel Erfolg.

Übrigens, Cem’s Nummer eins war meine Nummer zwei.

"artcamp in Seenot"

Vivian/zeniscalm in the chaos braucht Unterstützung. Das geplante artcamp in Hamburg droht auf Grund zu laufen, Leuchtturm und Hafen sind im Nebel verschwunden.

In vier Wochen, am 21. und 22. September sollen sich in Hamburg Kunst und Web2.0 treffen. “Das artcamp ist die Fusion aus der Mentalität des offenen Austausches von BarCamps, den Möglichkeiten des Internets und dem Zauber von Kunst” sagt Vivian. Nun sind Haupt-Sponsor und Locations abgetaucht, der GAU ist da.

Gesucht wird eine neue Location für 150-200 Menschen. Aus der einen Welt kommend sollen Künstler ihre Kunst vorstellen, Galerien ihre Künstler. Aus der anderen Welt sollen Blogger und Firmen und alle anderen aktiven Menschen aus der Web 2.0 ihren Input geben. Vivian ist es wichtig, daß eine Interaktion zwischen Künstlern und Web 2.0-Menschen stattfindet. Beide Disziplinen sollen sich näher kommen und einerseits die Punkte finden, an denen sie eine Einheit bilden und andererseits auch solche Punkte finden die sich noch nicht berühren.

Ich hoffe, daß es der feinsinnigen hanseatischen Metropole noch gelingt, ihrem mäzenatischen Ruf gerecht zu werden und diesem Experiment durch Unterstützung eine Chance gibt.

MBC09 die Conference zum Microblogging – am 23./24.1.09

http://sprechblase.wordpress.com/2008/08/21/mbc09-microblogging-conference-in-hamburg-am-fr-231sa-2412008/

Laconi.ca est

Nicht die Diskussion über die Berechtigung von System A oder System B ist spannend, sondern, welche Dynamik sich gerade in der ganzen technischen Klasse abspielt.

Chris von Fixmbr hat dankenswerterweise und mit sicherem Gespür für die Auswahl einige Zitate aus der englischsprechenden Welt zum Thema Identi.ca zusammengefasst. Erstaunlich und wieder nicht, dreht es sich ums “Wer mehr User hat, hat mehr Berechtigung”.

Erstaunlich deswegen, weil bei der Entscheidung des neugierigen Users für die Teilnahme an einem bestimmten System natürlich gute technische Angebote eine Rolle spielen. Auch der gebotene Umfang von Funktionen ist wichtig. Wer sich dem Microblogging – so wie immer noch viele in D – erstmals annähert, der würde natürlich viel eher diese Punkte in Erwägung ziehen.

Nicht mehr erstaunlich ist diese Techcrunch-zentrierte Diskussion, wenn sich Leute melden, die früh schon getwittert haben. Klar, man hat seine Community und aus der wechselt man alleine nicht gerne raus. Gewohnheiten sind wichtig, manchmal sind es auch die Abhängigkeiten.

Es stehen sich somit das Erkennen von Schwächen und Entwicklungsbedürfnissen (samt Featureritis) und der Wunsch nach Stabilität im sozialen Netzwerk gegenüber.

Aus diesem – im Sinne Cems zweiten – Antagonismus als weitere Motivation des Schubes kann man meines Erachtens nach aber die mögliche Entwicklung einigermaßen skizzieren.

  • Laconica bricht Twitters Idee auf. Es skaliert und löst damit technische Probleme. Es ist Open Source und bietet dadurch enorme Möglichkeiten für Schnittstellen und Teilentwicklungen. Microblogging-Netze können auf diese Weise so morphen, wie Single-Systeme wie Twitter es nie können werden.
  • Laconica bietet Raum und Feld für ex-corporate-evangelists. Ich will den Namen ja nicht schon wieder nennen, Robert hats ja so eingeleitet mit “merkt Ihr nicht…” Evangelists bündeln Meinungen treiben die Diskussion, formulieren Forderungen und Vorschläge. Evangelists bilden Gruppen gleicher Geister (GGG), werben für das gemeinsame Nutzen und handeln. Mit der angekündigten MBC09 gibt es einen ersten Beweis der These. Mengen von Menschen werden zu begeisterten Usern in kritischen Größenordnungen.
  • Laconica bietet durch die beabsichtigte Skalierbarkeit das Versprechen von Nutzer-Wachstum in Größenordnungen und somit auch von einem gigantischen Kommunikationsfluß. Wer immer sich mit Semantik befaßt, wird ein riesiges Reservoire von Untersuchungsmasse finden.
  • Laconica ist als junges und irrsinnig schnell wachsendes technisches System und damit – unter der Voraussetzung der Vernetzbarkeit – als Basis einer Systemklasse erstmals in einer Position, in der Nutzer ihre Identitäten mehrfach nutzen könnten. Was die SocNets alle nicht auf die Reihe gebracht haben, nämlich die Garantie zu bieten, als Nutzer Brenrhad exakt mit den selben Merkmalen in allen Systemen präsentsein zu können, daß könnte Laconica einfach deswegen bieten, weil es in der Position ist, Standards zu setzen.

Der wichtigste Knackpunkt wird sein, wie man Identitäten aus einem System in ein weiteres System schalten kann. Vielleicht gehts ja auch schon mit Pseudo-Nachnamen, der Nachname als Bezeichnung für das Netz, in dem man seine Basis hat. Ich twittere dann also als “@laconica>brenrhad”

Ist das Problem gelöst, kriegen wir endlich die Autobahn für flüchtige Kommunikation, die wir mit Chats, ICQ und Twitter hofften bereits zu haben.

Unter diesen Voraussetzungen sind die erstaunlichsten Sachen denkbar. Mir macht das jedenfalls schon jetzt unglaublich Spaß.

Von heute in den nächsten Sommer geschaut? Ich wiege mein Haupt, leicht zur Seite und wieder zurück, pendele in ein nickendes Ja: Twitter wird über einen Austausch der technischen Basis hin zu einem offenen System nachdenken. Zumindest wird es Nachnamen zulassen.

Cem Basman "Ich twittere nicht aus Spaß, es war reines professionelles Interesse"

Cem Basman hat gestern und heute einen tiefen Einblick in aktuelle Strömungen gegeben, wie ich sie mir von einem “evangelist” wünsche. Sein aktueller Fokus liegt auf dem Thema Microblogging (#MB). In einem halbstündigen Interview mit Sebastian Keil spricht er über Twitter und Identica, warum das eine ihn enttäuscht und das andere fasziniert und warum das Thema Microblogging überhaupt sehr spannend ist. So spannend, daß er eine eigene Firma für einen eigenen Service in einer sehr konservativen Branche gebaut hat.

Bis dato stand das nun zweijährige Twitter ja als Gattungsbegriff synonym für das ganze Microblogging. Cem sagt “Twitter hat eine Tür aufgestoßen. Dadurch sind eine Menge neue Ideen Konzepte und Produkte gekommen und entfalten sich”. Für Cem ist Microblogging einer der großen wenn nicht der Impulsgeber im Web. Es gab schon mehrere solche Schübe, Cem setzt sie in Bezug zu den Entwicklungen von Wikis, Blogs und dem Tagging.

In den zwei Jahren MB-Schub hat sich viel getan und zentrale Systeme, die nicht skalieren, kommen an ihre technischen Grenzen. Twitter ist so ein System. Für Cem – und bestimmt nicht nur für ihn, wie die grade eingesetzte #Wanderwelle zeigt – sind diese technischen Schwierigkeiten, aber auch der zunehmende #Firmenspam und die unglückliche Handhabung mancher Features wie den #Hashtags Grund genug, sich neuen Systemen zuzuwenden.

identica

identica

identi.ca ist so ein System, “unglaublich jung” (Cem), gerade mal 4 Wochen alt. Es basiert auf der Open-Source-Technik “Laconica” und bietet die Chance, viele Microblogging-Welten zu vernetzen.

Anders als Robert glaube ich nicht, daß wir hier einen Wettbewerb zwischen zwei Anwendungen haben. Ich glaube, hier löst die eine Technik die andere ab. Ich finde Laconica deswegen so interessant, weil jeder seinen eigenen Laconica-Server aufbauen und – so wie identi.ca – auch sein eigenes inhaltliches System betreiben kann. Diese Anwendungen können miteinander Verbindung aufnehmen. Damit werden eigene aber dennoch vernetzte Kommunikationssysteme mit möglicherweise übergreifenden Identitäten möglich. Themen, soziale Bezüge, regionale Teilbereiche – alles kann ein eigenes Umfeld haben. Jeweils ein Sprachjargon wird sich etablieren, Codes werden erstellt, die in der jeweiligen Welt perfekte Kommunikation erlauben. Das ist für mich ganzklar eine andere Klasse, so wie der Wechsel vom Moped zum Motorrad.

Ein anderes semantisches Web

Cem hat in einem eigenen Projekt (Launch im September) vom Autotagging gesprochen. Notwenige Voraussetzung ist das Erkennen des “eigentlich gemeinten Inhaltes” und an diesem Punkt wird es wirklich spannend.

Die logische Basis verdeutlicht er ebenfalls im Interview, er beschreibt den Antagonismus formelle/formale vs. informelle Kommunikation. “Formale Information ist es also beispielsweise, wenn ich eine Liste von irgendwelchen Fakten bekomme oder irgendwie ein Sachthema erklärt bekomme”. “Formale Information kann ich selber herstellen, das ist ‘ne Menge Arbeit bzw. im Geschäftsleben kauf ich mir sowas.”

Im Gegensatz dazu steht die informelle Information, d.h. der Flurfunk. “Was meinen Leute zu bestimmten Themen? Das rauszufiltern eben, die Leute zu erkennen, die Quellen zu erkennen, die relativ gute Aussagen machen, das ist schwer. Das kann man nicht kaufen.” Wie strukturiert man diese Information, wie kann der den Informationsgehalt aggregiert werden? “Man hört vieles und zieht irgendwann mal seine Schlüsse daraus. Das heißt, die Lösung die man sucht ist nicht in dem Gemurmel drin, sondern die muß man sich erarbeiten. Aber da gibt es bestimmte Kriterien, wonach das geht. Ist das die Häufigkeit von Buzzwords? Ist es sozusagen, wer was sagt? Wann und in welchem Kontext steht das zum realen Leben, zu Ereignissen, die draußen sind?”

Wer es schafft, diesen Fluß an Kommunikation in Fakten und Meinungen zu trennen, gleichzeitig aber über die Korrespondenz der beiden Stränge zu verfügen, der dürfte sehr schnell verlässliche Trends ermitteln können. Autotagging kann zum Separator werden. Häufigkeiten, Bezüge zu Personen und zu Themenfeldern, zeitliche und räumliche Verteilung bilden Sets die wiederum in ihrer zeitlichen Abfolge zu steigenden oder fallenden Bedeutungen an- oder abschwellen können. Daraus gewonnene Informationen finden einen Markt. Die Anwendung erreicht das RL.

Der Congreß zum Microblogging

Im Januar soll in Hamburg der #MBC09 stattfinden, der Micro-Blogging-Congress 09. Er soll die Antwort auf die vielen Fragen geben, die sich aus dem grade vollziehenden Umbruch ableiten. Viele Leute stehen parat, der MB-Technik ihren Stempel aufzudrücken, die Gattung neu auszurichten und zu prägen. Neben den Nerds/Geeks/Technies sollen aber auch die konzeptionellen Leute ihre Plattform haben und auch die Kultur soll stattfinden.

Cems Bubbles sind Konzepte, zentrale/dezentrale Netze, verschiedene Services, Frameworks, Protokolle, Einblicke in die Basisplattformen. Ein Workshop soll live-development möglich machen. “Wir wollen die Techologie nicht ausklammern aber ich denke mal – ich würde mir sehr wünschen – daß es gelingt, daß die generelle Botschaft hier ist, die MBC09 ist sehr inspirativ. ”

Ich bin davon überzeugt und mir wäre es eine Freude, dabeizusein.

Captcha mit gesellschaftlichem Zusatznutzen

Widgets füllen weltweit täglich 277.000 Stunden Arbeit mit Sinn.

Wer jemals vom Kunden einen langen Text mit dem Satz in die Hände bekommen hat “Fürs Firmenportrait könnense ja den Text aus der Broschüre nehmn”, der weiß, daß OCR als Allheilmittel nicht wirklich eine Option ist. Zwar haben sich die Fehlerraten in den letzten Jahren enorm verbessert, aber mancher Scanvorgang liefert so außerordentlich unterirdische Qualität, daß auch spezielle israelische Technik keinen Rat weiß.

Die Carnegie-Mellon-Universität in Pittsburgh, PA, USA, hat vor einiger Zeit ein Verfahren entwickelt, das jenes immer noch notwendige Maß manueller Erkennung nicht länger zu einer stumpfsinnigen Studententätigkeit werden lässt. Man lässt diesen Job einfach die gemeinschaftlich die Weite-Welt-Weisheit erledigen. Und damit es attraktiv wird verbindet man das Nützliche mit dem Guten: man macht daraus einen Captcha-Dienst (Completely Automated Public Turing test to tell Computers and Humans Apart), der sich als Authorisierungssystem zur Verhinderung von Spam einsetzen lässt.
reCAPTCHA liefert auf der eigenen Webseite (zum Beispiel hier im Blog) ein Widget, das grafische Scans von Wörtern ausliefert, die von Menschen gelesen und identifiziert werden sollen. Die gefundenen Begriffe tippt der User dann ein und schickt sie zurück an den Uni-Server. Wenn das Ergebnis stimmt, dann wird eine Freigabe signalisiert. Solche Freigaben kann man dann zur Zulassung von Blogkommentaren verwenden.

Im Mai 2007 schätzten die Wissenschaftler um Professor Manuel Blum, dass täglich rund 60 Millionen CAPTCHAs entschlüsselt werden. Heute schätzen sie die Anzahl bereits auf 100 Millionen täglich. Rechnet man durchschnittlich 10 Sekunden für die Handhabung, dann würden mehr als 277.000 Stunden Arbeit am Tag “verschwendet”. Weltweit. In der Science berichtet Louis von Ahn aktuell, daß der Algorithmus bereits in über 40.000 Websites eingebaut ist. Entziffert wurden über 440 Millionen Worte, die Fehlerquote ist geringer als 1%.

Als Entwickler wirft sich einem natürlich die Frage auf, wie ein einerseits noch nicht identifiziertes Wort andererseits als Entscheidungskriterium für die Aufgabenerledigung dienen kann.

Da das Widget immer zwei Worte entziffern lässt, könnte der eine Scan ein bekanntes Ergebnis haben und an seiner zutreffenden Identifikation würde man den Captcha-Effekt festmachen. Die Identifikation des zweiten Wortes würde lediglich registriert. Kommen für diesen noch unbekannten Begriff viele gleichartige Entschlüsselungen zusammen (vielleicht setzt man den Schwellwert auf 97%) dann könnte man die Identifikation als gegeben betrachten und dieser 2. Begriff würde in den Pool der bekannten Worte wandern. Wenn der Ansatz so einfach ist, ist er brilliant.

via blogaddict

Mobilisierungsinstrument Telefonkette – modernisiert und effektiv über Webservice

Wer in Mitgliedsorganisationen wie Parteien oder NGOs tätig ist, der weiß, daß es nur ganz wichtige Nachrichten und einige ziemlich ganz absolut wichtige Nachrichten gibt. Gemeinsam ist ihnen, sie müssen alle immer sofort an Alle gehen. Natürlich.

Klar, dafür hat man mindestens einen Email-Verteiler und manchmal auch eine Groupware. Doch in manchen Organisationen gibt es hartknäckige Modernisierungsverzögerer. Die sind allenfalls in der Lage, ein Mobiltelefon zu benutzen – nein, nicht für SMS. Zum telefonieren versteht sich.

Da greift man dann eben gerne mal zur bewährten Telefonkette.

Normalerweise geht das so: Jeder Teilnehmer auf einer Liste (die natürlich grad immer beim Vorstand liegt und der ist just in Urlaub, “Sabine, gibts davon denn keine Kopie?”) hat eine Nummer, die er anrufen muß. Alle sind im Ring angeordnet, der Letzte ruft wieder den Ersten an.

Einer der Teilnehmer setzt also beliebig eine Nachricht in Gang, in dem er den nächsten auf der Liste anruft und sein Sprüchlein aufsagt. Der legt auf und wählt wiederum brav seinen Follower. Soweit so gut. Stirnrunzeln bekommt man dann, wenn man nach 30 Teilnehmern am Ende wieder dran ist und der Termin plötzlich von 9 auf 19 Uhr gewandert ist. Wie hies doch gleich das Kinder-Spiel, “Stille-Post”?

Ganz blöd ist es, wenn einer der Teilnehmer nicht da ist, resp. nicht dran geht. Dafür gibts Gründe genug. Und Einer ist immer dabei, dann ist Schicht im Schacht. Nun, deswegen hat man zur Vorbeugung dann drei Nummren zur Auswahl… Chaos ist in diesen Prinzipen Regelmäßigkeit.

Wie gut, daß es Telefonroboter gibt.

Eben habe ich telefonkette.de ausprobiert. Dort kann man mit 50 Cent Startguthaben den Service unverbindlich ausprobieren. Gefällt mir gut.

Online über Formulare legt man eine Liste mit Nummern an (Mobilnetze erlaubt) und gibt sich eine PIN. Man erhält eine 0800er Nummer. Die ruft man dann an, spricht seinen Spruch “auf Band” und legt auf. Ist von der Bedienung so einfach, wie die T-Net-Box.

Jetzt ruft der Roboter solange die Teilnehmer an, bis die alle die Nachricht bekommen haben. Festnetzanrufe schlagen mit 4 Cent, Mobilfunkanrufe mit 20 Cent pro Minute zu Buche. Quite reasonable.

Am Schluß bekommt man eine Mail oder einen Rückruf über den Erfolg der Aktion.

Schön, soweit so gut. Alles plain, keine unnötigen frills, alles leicht verständlich. Hat Spaß gemacht.

Bei telefonkette.de muß aber noch ein wenig optimiert werden.

Der Roboter ruft ohne Nummer an, nicht wenig Leute, die ich kenne, drücken solche Anrufe sofort weg. Da wär es schon gut, wenn der Roboter die echte Nummer des Kettenstarters anzeigen würde. Dann kommt der Anruf auch bei solchen Leuten durch, die ein “rotes Telefonbuch” auf dem Handy haben.

Geht man doch dran, hört sich die Anruferstimme mit Ihrem markanten “Hallo” so an, wie die von den tausenden “Sie haben gewonnen”-Anrufern. Schwapp, gleich mein erster Teilnehmer hat sofort aufgelegt.

Dann ist die Ansage so allgemein, daß nicht einmal der Name des Anrufers oder der Name der Telefonkette durchkommt. Alles muß in die Message gepackt werden. Zumindest eine zentrale Ansage für die Kette wäre nicht schlecht, dann würde der Anruf gleich mit der vertrauten Stimme kommen, die Gewinnspiel-Gewinner-Anmutung wäre weggefallen.

Aber wie ich die Jungs aus Radewormwald kenne, bekommen die das auch hin.

Ich drück die Daumen.

Warum eigentlich benutzt Ihr den Firefox?

“Irgendein Browser ist so gut wie jeder andere!”

Was Progrmmierer wahrscheinlich ganz anders sehen ist für die Normaluser schlicht Fakt:Ihnen ist es vollkommen gleich, was für eine “Internetsoftware” sie benutzen.

Treiben einem als Entwickler die Eigenheiten diverser WWW-Anzeiger die Tränen in die Augen, können die Normal-Menschen meist erst nach einigem Suchen auf dem Schirm sagen, welches Programm sie gerade nutzen, um www.tagesschau.de anzusehen. Effekte scheinen unwichtig.

Entwickler aber schwören auf den Browser mit dem Fuchs, so auch ich.

Warum eigentlich?

Weil es ihn für jede Plattform in gleicher Qualität gibt?

Mal abgesehen davon ob das wirklich im Detail stimmt. Als Nutzer nutze ich genau eine Plattform. Ob es (m)einen Browser für verschiede Betriebssysteme gibt, ist mir herzlich egal.

Ergebnis: unentschieden.

Weil es das Tabbing gibt?

Das hat sich ja als Unterscheidungskriterium erledigt, der Platzhirsch folgt da nun auch dem offensichtlich besseren Konzept.

Ergebnis: Gleichstand.

Wegen der intelligenten Suche?

Hmm, was ich damit meine? Na, gibt man in der Adresszeile keine URL mit www davor und TLD dahinter ein, sondern ein passendes Schlüsselwort, findet der Firefox dennoch meist ein relativ passendes Ziel. Gut der Internet-Explorer zeigt nur die ausgefüllte Google Suchmaske und eine passende Trefferliste an. Nicht wirklich eine Frage von besser oder schlechter gelöst, oder?

Egebnis: irgendwie beide brauchbar, Punkteteilung.

Wegen der dynamischen Lesezeichen?

Dynamische Lesezeichen oder Live-Bookmarks sind eine Innovation gewesen. Der Firefox zeigt nun einfach ein RSS-Zeichen in der URL an, wenn er in der Webseite einen entsprechenden Feed findet. Nicht länger muß man nun auf der Seite selbst nach einem Abo-Knopf suchen, wenn es einen gibt, dann immer in der URL.

Dabei kommt die Bookmark-Funktion eigentlich erst durch einen weiteren Schritt ins Spiel. Was man von den Tagesschau-News im frisch installierten FF 3.0 schon kennt, kann man mit jedem anderen Feed auch hinbekommen: Platzieren einer Newsliste aus beliebigem Feed in der Lesezeichenleiste.

OK. Der IE hat das (noch) nicht. Vorteil FF.

Weil er eine integrierte Rechtschreibprüfung hat?

Das ist nun unbestritten ziemlich brauchbar für einen Textarbeiter. Schön, wenn einem beim Schreiben von Postings solch eine Prüfung zur Verfügung steht.

Aber: Mein WordPress hat eine eigene Prüfung eingebaut, egal welchen Browser ich verwende.

Also: Kein wirklicher Nutzen. Verweigerter Pluspunkt.

Weil Pop-Ups blockiert werden können?

Tja, Popups können sich zur Seuche entwickeln. Das liegt zwar nicht an der Technik sondern an den Programmierern die sie für Werbung einsetzen, aber dennoch ist man nach einiger Zeit schwer genervt und will das abstellen.

Lies einen da der IE6 noch im Regen stehen, so ist sein jüngerer Bruder mit der Nummer 7 schon gefälliger. Jetzt gibt es einen Menüpunkt zum Abschalten der Pop-Ups.

Apropos, da gibt es noch diese andere Art von Flash-Popups, die der Firefox auch durchlässt…

Ergebnis: Ergebnis unverändert.

Wegen der Wiederherstellung der letzten Session?

Nun, klar. Wenn man am nächsten Morgen dort weiter machen muß, wo man am Abend zuvor wegen Bettgehbefehl abbrechen musste, dann ist das schon ganz hilfreich, all die Seiten wieder aufgemacht zu bekommen, die man sich im lauf der eigenen Arbeitssession so hingelegt hat. Da ist dann einges dabei, was man noch lesen möchte oder was die ein oder andere Hilfestellung hält, die Xing-Übersicht, das Blog-Dashbord, das ein oder andere Forum…

Ups, aber was ist denn das jetzt? Paßwort eingeben? Für welche Seite denn? Und gleich noch ein Passwort, und noch eines? Eieiei, das ist aber unübersichtlich.

Nicht wirklich immer gut.

Ergebnis: 1/2er Abzug.

Wegen der Anpassungsfähigkeit?

Nach einer Weile beginnt man ja, viel genutzte Programme anzupassen. Mit den Möglichkeiten, die der Firefox bietet, kann man eine schier unglaubliche Variation der Erscheinung erreichen. Suchmaske eliminieren (braucht man ja nicht Dank Smart-Search in der URL), Buttons verschieben oder gänzlich weglassen, allerlei Zeug in die Statusleiste packen, you name it.

Hier bin ich offen, seit Jahren nutze ich primär den FF. Ich weiß garnicht, ob der IE irgendwie anpassbar wäre. Vermutlich ist er das, aber ob ich das je rausbekomme?

Ergebnis: FF +1 – mangels besseren Wissens?

Wegen der Add-Ons?

Addons sind wirklich das Salz in der Suppe. Mit Plugins kann man vieles an eigenen Bedürfnissen befriedigen.

Da kann man Flash abschalten, mit eigenem JavaScript fremde Seiten brauchbar machen, Eingabefelder in Masken durch den Eigenen Editor hindurch befüllen, als Entwickler kontrollieren, was eine Webseite tatsächlich an den Server versendet, wenn man auf “Submit” drückt, HTML-Code validieren, JavaScript in der Seite abschalten oder dessen Fehler kontrollieren…

Ergebnis: nochmals FF +1 – oder wisst Ihr es besser?

Nun, der wahrscheinlich wahre Grund für mich heißt aber:

Aus Gewohnheit!

Und das sogar beim Wechsel von FF 2 auf FF 3, als mir viele eingebundene Plugins erstmal abhanden gekommen sind. Doch mein Grummeln war nicht so groß, daß ich meine Sicherheitsbedenken über Bord geworfen habe. Denn da bleibt immer noch dieser kleine Rest Mißtrauen dem Actice-X gegenüber.