Cem will an die Börse. Und zwar mit allen.

Na, das ist mal ein “Think Big“!

Cem Basman und Jason Fanklin-Stokes, an deren Startup-Weekend ich begeistert mitmachen konnte, kündigen hier und hier an, anlässlich der Cebit 2008 gemeinsam mit vielen anderen Startuppern ein weiteres Unternehmen zu gründen, ein ganz besonderes.

Cem schrieb ja schon an anderer Stelle, daß das StartupWeekend keine singuläre Veranstaltung war, sondern vielmehr ein permanentes Experiment ist. Und wenn es in diesem fortgesetzten Projekt um Selbstbestimmung und kreative Arbeit geht, dann ist der Prozeß selbst nichts anderes. Das Projekt, so Cem, wird zu einer Spielwiese von Business Rebels.

Klassischerweise steht ja auch im Netz zuerst die Geschäftsidee im Raum, wenn es um das Gründen geht. Schnell erarbeiten sich die Beteiligten einen Prototypen, bereits mit viel mehr Mühe dann einen Businessplan, und sie erkennen nur ausnehmend unwillig die Defizite. Scheitert die Finanzierung ist es aus.

Die “Startup-Rebels” machen es anders: Erst kommt die vom Leader inspirierte Menge in gleicher Richtung visionierender Menschen zusammen, angesichts der kurzen Vorlaufzeiten fast flashmobartig. Mit der verfügbaren Menge Menschen geht die wahrscheinlich ausreichende Streuung von Fähigkeiten und Kenntnissen der Teilnehmer einher. Bereits in dieser Phase sind schon Finanziers an Bord – was fehlt ist die Geschäftsidee. Genau dieses inspirierendste aller Elemente in der Business-Entwicklung aber setzen die Macher um Cem und Jason in die Mitte des Prozesses, machen es zum Kern der Bewegung, zum Event. Die nötige Dynamik im Vorfeld entsteht durch die Ungeheuerlichkeit des Anspruchs.

Bei diesem neuen Schritt der Rebels lautet das Ziel: “Listing at New York Stock Exchange”. Und Cem lädt gleich 3 Mitgründer ein, als Börsen-Glocken-Schüttler mit auf den Balkon zu kommen. Steht Ein Husarenritt an?

Cem ist ein Pragmatiker. Er lotet mit Lust die durch vernetzte vitual-life-Identitäten neu entstehenden organisatorischen Möglichkeiten menschlicher Interaktion aus, ganz handfest durch real-life-Veranstaltungen. Und auch durch das gemeinsame subtile Abtasten der Grenze zwischen Spiel und Ernst, zwischen wochenendlichem Entertainment dauerbindenden Engagement. Als erfahrener Business-Man, der sich neben dem Realismus des Abgeklärten auch den Elan, die Begeisterungsfähigkeit und den Esprit bewahrt hat, fungiert er als Inkubator und als geradezu klassischer Spiritus Rector. Ihm zur Seite steht mit Jason ein Analytiker, der das nötige Maß Reflexion mitbringt und versucht, die Füße auf dem Boden zu behalten.

Das CeBit-Event nun ist eine einmalige Gelegenheit. Hier läßt sich gebündelte Medienaufmerksamkeit erzielen, man kann Business-Kontakte und Sponsoring-Partner direkt mit ins Boot holen, es sind sowieso alle da. International aufgestellt hat der Event das Zeug dazu, auch international wahrgenommen zu werden. Und wenn die Bereitstellung effizienter Infrastruktur gelingt, dann kann auch eine umfassende Netzöffentlichkeit an den Sessions teilhaben.

Genau 4 Wochen Zeit bleiben nun und wenn die NYSE ernst gemeint ist, dann wird es verteufelt eng mit den Vorbereitungsarbeiten. Aber wie ich die beiden einschätze, geligt es Ihnen noch, einen oder auch mehrere passenden Joker an Land zu ziehen. Leute vom Schlage Richard Branson oder Paul Allen sollen sich ja von hochfliegenden Projekten anstecken lassen.
Ich freu mich drauf.