Warum eigentlich benutzt Ihr den Firefox?

“Irgendein Browser ist so gut wie jeder andere!”

Was Progrmmierer wahrscheinlich ganz anders sehen ist für die Normaluser schlicht Fakt:Ihnen ist es vollkommen gleich, was für eine “Internetsoftware” sie benutzen.

Treiben einem als Entwickler die Eigenheiten diverser WWW-Anzeiger die Tränen in die Augen, können die Normal-Menschen meist erst nach einigem Suchen auf dem Schirm sagen, welches Programm sie gerade nutzen, um www.tagesschau.de anzusehen. Effekte scheinen unwichtig.

Entwickler aber schwören auf den Browser mit dem Fuchs, so auch ich.

Warum eigentlich?

Weil es ihn für jede Plattform in gleicher Qualität gibt?

Mal abgesehen davon ob das wirklich im Detail stimmt. Als Nutzer nutze ich genau eine Plattform. Ob es (m)einen Browser für verschiede Betriebssysteme gibt, ist mir herzlich egal.

Ergebnis: unentschieden.

Weil es das Tabbing gibt?

Das hat sich ja als Unterscheidungskriterium erledigt, der Platzhirsch folgt da nun auch dem offensichtlich besseren Konzept.

Ergebnis: Gleichstand.

Wegen der intelligenten Suche?

Hmm, was ich damit meine? Na, gibt man in der Adresszeile keine URL mit www davor und TLD dahinter ein, sondern ein passendes Schlüsselwort, findet der Firefox dennoch meist ein relativ passendes Ziel. Gut der Internet-Explorer zeigt nur die ausgefüllte Google Suchmaske und eine passende Trefferliste an. Nicht wirklich eine Frage von besser oder schlechter gelöst, oder?

Egebnis: irgendwie beide brauchbar, Punkteteilung.

Wegen der dynamischen Lesezeichen?

Dynamische Lesezeichen oder Live-Bookmarks sind eine Innovation gewesen. Der Firefox zeigt nun einfach ein RSS-Zeichen in der URL an, wenn er in der Webseite einen entsprechenden Feed findet. Nicht länger muß man nun auf der Seite selbst nach einem Abo-Knopf suchen, wenn es einen gibt, dann immer in der URL.

Dabei kommt die Bookmark-Funktion eigentlich erst durch einen weiteren Schritt ins Spiel. Was man von den Tagesschau-News im frisch installierten FF 3.0 schon kennt, kann man mit jedem anderen Feed auch hinbekommen: Platzieren einer Newsliste aus beliebigem Feed in der Lesezeichenleiste.

OK. Der IE hat das (noch) nicht. Vorteil FF.

Weil er eine integrierte Rechtschreibprüfung hat?

Das ist nun unbestritten ziemlich brauchbar für einen Textarbeiter. Schön, wenn einem beim Schreiben von Postings solch eine Prüfung zur Verfügung steht.

Aber: Mein WordPress hat eine eigene Prüfung eingebaut, egal welchen Browser ich verwende.

Also: Kein wirklicher Nutzen. Verweigerter Pluspunkt.

Weil Pop-Ups blockiert werden können?

Tja, Popups können sich zur Seuche entwickeln. Das liegt zwar nicht an der Technik sondern an den Programmierern die sie für Werbung einsetzen, aber dennoch ist man nach einiger Zeit schwer genervt und will das abstellen.

Lies einen da der IE6 noch im Regen stehen, so ist sein jüngerer Bruder mit der Nummer 7 schon gefälliger. Jetzt gibt es einen Menüpunkt zum Abschalten der Pop-Ups.

Apropos, da gibt es noch diese andere Art von Flash-Popups, die der Firefox auch durchlässt…

Ergebnis: Ergebnis unverändert.

Wegen der Wiederherstellung der letzten Session?

Nun, klar. Wenn man am nächsten Morgen dort weiter machen muß, wo man am Abend zuvor wegen Bettgehbefehl abbrechen musste, dann ist das schon ganz hilfreich, all die Seiten wieder aufgemacht zu bekommen, die man sich im lauf der eigenen Arbeitssession so hingelegt hat. Da ist dann einges dabei, was man noch lesen möchte oder was die ein oder andere Hilfestellung hält, die Xing-Übersicht, das Blog-Dashbord, das ein oder andere Forum…

Ups, aber was ist denn das jetzt? Paßwort eingeben? Für welche Seite denn? Und gleich noch ein Passwort, und noch eines? Eieiei, das ist aber unübersichtlich.

Nicht wirklich immer gut.

Ergebnis: 1/2er Abzug.

Wegen der Anpassungsfähigkeit?

Nach einer Weile beginnt man ja, viel genutzte Programme anzupassen. Mit den Möglichkeiten, die der Firefox bietet, kann man eine schier unglaubliche Variation der Erscheinung erreichen. Suchmaske eliminieren (braucht man ja nicht Dank Smart-Search in der URL), Buttons verschieben oder gänzlich weglassen, allerlei Zeug in die Statusleiste packen, you name it.

Hier bin ich offen, seit Jahren nutze ich primär den FF. Ich weiß garnicht, ob der IE irgendwie anpassbar wäre. Vermutlich ist er das, aber ob ich das je rausbekomme?

Ergebnis: FF +1 – mangels besseren Wissens?

Wegen der Add-Ons?

Addons sind wirklich das Salz in der Suppe. Mit Plugins kann man vieles an eigenen Bedürfnissen befriedigen.

Da kann man Flash abschalten, mit eigenem JavaScript fremde Seiten brauchbar machen, Eingabefelder in Masken durch den Eigenen Editor hindurch befüllen, als Entwickler kontrollieren, was eine Webseite tatsächlich an den Server versendet, wenn man auf “Submit” drückt, HTML-Code validieren, JavaScript in der Seite abschalten oder dessen Fehler kontrollieren…

Ergebnis: nochmals FF +1 – oder wisst Ihr es besser?

Nun, der wahrscheinlich wahre Grund für mich heißt aber:

Aus Gewohnheit!

Und das sogar beim Wechsel von FF 2 auf FF 3, als mir viele eingebundene Plugins erstmal abhanden gekommen sind. Doch mein Grummeln war nicht so groß, daß ich meine Sicherheitsbedenken über Bord geworfen habe. Denn da bleibt immer noch dieser kleine Rest Mißtrauen dem Actice-X gegenüber.