Make your clients your friends

Ich gestehe, ich lese John Kuck. Und zusammen mit 26300 anderen bin ich nicht alleine. Und ich lese ihn gerne. Sein Thema ist die Freelancerei. Viele, viele Tipps und Ratschläge finden sich da, weltfremde, unbrauchbare, amerikanische und aber auch Dinge, die man wirklich überlegen sollte.

Gestern hat er 4 einfache Ratschläge postuliert, die einen beim eigenen Erfolgreichwerden “sozialer” werden lassen. Neben solchen Wahrheiten wie “schlafe nachts, arbeite tags” oder “besuche Kurse und Konferenzen zu Deinen Themen” schlägt er auch vor, die eigenen Klienten zu Freunden zu machen.

4. Make your clients your friends.

John gibt unumwunden zu, daß dies keineswegs ein unumstrittener Rat unter Freelancern ist. Er selbst hat aber nach eigenen Angaben nie ein Problem mit einer solchen Kundenbeziehung gehabt. Als Beispiel zitiert er seine Einladungen zu gemeinsam besuchten Veranstaltungen anstatt langweiliger Meetings oder Email-Serien.

Im Verlauf der letzten Jahre sind einige meiner Kunden für mich zwar nicht zu Freunden aber zu Froworkern geworden. Dieser Zustand zwischen gemeinsamer Arbeit und Freundschaft scheint mir ein Artefakt der Netzkultur zu sein, soziologisch vielleicht sogar ein neues Phänomen (ich bin Laie. Keine Ahnung, ob das stimmt). Was ich mir jedenfalls für meine Froworker gut vorstellen kann, daß sind gemeinsam besuchte Fußballspiele. Und mit einer bestimmten Person bei einem meiner guten Kunden würde ich garantiert auch zu einem Keith Jarrett Konzert gehen.

Aber in der Anbahnung?

Nun, dann mal durchdenken: Donnerstag nächste Woche besuche ich eine Interessentin. Habe bereits netten Kontakt über Email und Telefon.

Üblich ist für solche Termine ja der Besprechungsraum samt einer Tasse Automaten-Kaffee oder einem Glas Wasser und einem Teller unglaublich süßer Mischkekse. Erst ein wenige Smalltalk, die Frage nach der guten Anreise oder “hamsiesgleichgutgefunden?” Alle sitzen steif, sprechen Texte herunter, versuchen eine gemeinsame Sprache zu finden. Irgendwann der erste Lacher, Signal für das finden der gemeinsamen Resonanz. Das Eis ist gebrochen, die Fakten werden sachlich locker besprochen, oft entsteht eine inspirative Atmosphäre, gute Konzepte entstehen, brauchbare Projekte werden verabschiedet.

Aber vielleicht tut es ja ein Treffen am Rande gemeinsam besuchter (thematisch passender) Konferenzen. Der gemeinsame Fokus auf etwas Drittes und das darauf basierte Lernerlebnis löst zumindest das Konfrontative eines bipolaren Gesprächs auf. Kurz: man kommt leichter ins Quatschen.

Ich denke, gerade für diese erste Gesprächsphase ist eine Auflockerung gut geeignet. Amerikaner laden dafür gerne mal zum Essen ein. Oder sie treffen sich zu einem Meeting mit Golf-Caddie. Das kennt man ja aus’m Fernsehn. Später im Verlauf des Gesprächs kann eine hippe Location aber schwer hinderlich fürs gemeinsame Brainstorming sein.

Doch würdet Ihr Euren Erstkontakt, sagen wir mal… ins Museum verlegen? Oder könnt Ihr Euch eine gemeinsame Hafenrundfahrt für ein Finanzmeeting vorstellen? Geradezu absurd wäre es doch, ein Pitching mit dem Kunden im Ruderboot auf der Binnenalster zu veranstalten, oder?

Kreditkarte ist sicher – ganz besonders für Händler

Kreditkartenzahlungen im Netz haben große Bedeutung. In der Vergangenheit gab es immer wieder Ressentiments bei Händlern, weil sie hohe Rückbuchungsquoten befürchteten.

Aktuell sinkt diese Quote in Deutschland auf unter 0,3%! Das ist ein richtig guter Wert, wahrscheinlich kaum noch zu steigern.

Über solche Fakten gibt es eine – kostenpflichtige – Studie vom Zahlungsdienstleister Pago, die im folgenden Posting aber – kostenlos – umfangreich besprochen wird.

Meine Empfehlung:
http://www.mittelstandsblog.de/2008/08/deutsche-zahlen-online-am-zuverlassigsten/

Arroganz gesäht, Zorn geerntet

Wilfried Ruß hat in seinem 1stplan-Blog gerade die im Manager-Magazin beschriebenen Verwerfungen rund um die Bahn-Tickets bei Ebay kommentiert.

Grundsätzlich zu Recht weist er darauf hin, daß natürlich überdimensioniertes Schnäppchenjagen dann zu großem Frust führen muß, wenn man gleich zu Beginn bei hohen Preisen zugeschlagen hat, die Ware im Verlauf des Absatzes dann aber sehr viel billiger wird. Aber Ebay sei ja schließlich ein Auktionshaus, da müsse man damit rechnen, daß mal ein Schnäppchen rausspringt, mal nicht.

Ich habe dort so kommentiert:

Auktionshaus?
Spricht nicht gerade die Abgabe zum Festpreis GEGEN das Prinzip einer Auktion?

Ebay hat durch die mangelnde Trennschärfe zwischen diesen Verkaufs-Typen sicher ohnehin Probleme: man wird es auf diese Weise immer mit unzufriedenen Teilmengen an Kunden zu tun haben. Und in diesem fehlekonstruierten Markt leiden dann auch die Händler/Anbieter, die keine eigene Antwortstrategie haben.

Ich sehe da mal folgende Punkte:

- Die Ware (Fahrkarte) ist in der zweiten Charge und mit der Ankündigung “Million” nicht wirklich ein begrenztes Gut. Mit einer solchen Ankündigung denkbar ungeeignet für eine Auktion.

- Den sich einpendelnden Preis der Ware (fairer Preis unter den Absatzbedingungen) eine um 1/3 billigere Variante an gleicher Stelle unmittelbar hinterherzuschicken ist dumm. Sie macht nicht nur den Wert des erstverkauften Produktes in der öffentlichen Wahrnehmung kaputt. Sie stört auch immens den Absatzprozeß, weil jetzt der Markt verunsichert ist. Hier sind jetzt Kaufhürden aufgebaut worden anstatt auf die Welle aufzuspringen.

- Die Bahn hat nicht begriffen, daß sie mit den Ebayern eine intensiv vernetzte Kundengruppe anspricht, deren Kommunikation untereinander höchst direkt ist. Man stelle sich vor, alle diese Kunden stehen gemeinsam als Menge im Bahnhof. Natürlich spricht sich jeder Bockmist sofort herum, die Gruppendynamik wirkt.

- In der Folge wird es aufgrund der millionenfach in die Menge gestreuten Tatsache “wir haben auch billige Karten” immer schwieriger, eine Kommunikation des angemessenen Preis-Wert-Verhältnisses zu führen. Wer von den Internetties jetzt eine Karte zum vollen Preis kauft und keinen Sitzplatz findet, mit Fahrkartenformalien konfrontiert wird, 2Euro30 für eine Pappe aufgerührten Pulverkaffe bezahlen soll, verspätet ankommt… der wird seine Basistoleranz dem System gegenüber und damit den Mitarbeiter-Menschen auf Null zurück fahren. Ich kann verstehen, wenn die Damen und Herren in Blaurot nun verstärkt auf die Barriakden gehen.