Mein Wort des Tages: "Empörungsbewirtschaftungspotenzial"

Schönes Stück von Klaus Jarchow über den Schweinejournalismus aka die ‘Boulevardisierung des Journalismus’. Darin findet sich ein Begriff, den ich zu meinem Wort des Tages machen möchte.

Schließlich bietet das Stichwort ‘Kinderschändung’ ein hohes Empörungsbewirtschaftungspotenzial. Kommt dies Quotenbedürfnis wiederum mit der Realität in Konflikt, dann müssen regelmäßig die Fakten einpacken.

Zusammenhang? Die von Stefan Niggemeier heftig kritisierte RTL-Geschchte über scheinbare Kinderschänder.

Daß der ÖR automatisch für Qualitätsjournalismus bürge, den Zahn zieht Jarchow gleich mit bei seiner Autopsie des Medien-Boulevards und verweist auf den BR und sein Wahlkampfstück zur Wohltatsgarantie der Vorratsdatenspeicherung. Jene Reports aus München gleichen in meinen Augen schon länger dem Format von Explosiv und Brisant, lediglich an einer anderen Zielgruppe ausgerichtet.

Jarchows Fazit:

Reporter geben sich dafür her, um an der Faktizität der Welt herumzuschrauben, und die Kausalität der Ereignisse wie die Waggons einer Modelleisenbahn einfach anders aneinander zu koppeln. Motto: Wenn der Kinderschänder erstmal brennt, wird er schon einer gewesen sein.

Klaus Jarchow: Boulevardisierung: Ich nenne es Schweinejournalismus