Mobilisierungsinstrument Telefonkette – modernisiert und effektiv über Webservice

Wer in Mitgliedsorganisationen wie Parteien oder NGOs tätig ist, der weiß, daß es nur ganz wichtige Nachrichten und einige ziemlich ganz absolut wichtige Nachrichten gibt. Gemeinsam ist ihnen, sie müssen alle immer sofort an Alle gehen. Natürlich.

Klar, dafür hat man mindestens einen Email-Verteiler und manchmal auch eine Groupware. Doch in manchen Organisationen gibt es hartknäckige Modernisierungsverzögerer. Die sind allenfalls in der Lage, ein Mobiltelefon zu benutzen – nein, nicht für SMS. Zum telefonieren versteht sich.

Da greift man dann eben gerne mal zur bewährten Telefonkette.

Normalerweise geht das so: Jeder Teilnehmer auf einer Liste (die natürlich grad immer beim Vorstand liegt und der ist just in Urlaub, “Sabine, gibts davon denn keine Kopie?”) hat eine Nummer, die er anrufen muß. Alle sind im Ring angeordnet, der Letzte ruft wieder den Ersten an.

Einer der Teilnehmer setzt also beliebig eine Nachricht in Gang, in dem er den nächsten auf der Liste anruft und sein Sprüchlein aufsagt. Der legt auf und wählt wiederum brav seinen Follower. Soweit so gut. Stirnrunzeln bekommt man dann, wenn man nach 30 Teilnehmern am Ende wieder dran ist und der Termin plötzlich von 9 auf 19 Uhr gewandert ist. Wie hies doch gleich das Kinder-Spiel, “Stille-Post”?

Ganz blöd ist es, wenn einer der Teilnehmer nicht da ist, resp. nicht dran geht. Dafür gibts Gründe genug. Und Einer ist immer dabei, dann ist Schicht im Schacht. Nun, deswegen hat man zur Vorbeugung dann drei Nummren zur Auswahl… Chaos ist in diesen Prinzipen Regelmäßigkeit.

Wie gut, daß es Telefonroboter gibt.

Eben habe ich telefonkette.de ausprobiert. Dort kann man mit 50 Cent Startguthaben den Service unverbindlich ausprobieren. Gefällt mir gut.

Online über Formulare legt man eine Liste mit Nummern an (Mobilnetze erlaubt) und gibt sich eine PIN. Man erhält eine 0800er Nummer. Die ruft man dann an, spricht seinen Spruch “auf Band” und legt auf. Ist von der Bedienung so einfach, wie die T-Net-Box.

Jetzt ruft der Roboter solange die Teilnehmer an, bis die alle die Nachricht bekommen haben. Festnetzanrufe schlagen mit 4 Cent, Mobilfunkanrufe mit 20 Cent pro Minute zu Buche. Quite reasonable.

Am Schluß bekommt man eine Mail oder einen Rückruf über den Erfolg der Aktion.

Schön, soweit so gut. Alles plain, keine unnötigen frills, alles leicht verständlich. Hat Spaß gemacht.

Bei telefonkette.de muß aber noch ein wenig optimiert werden.

Der Roboter ruft ohne Nummer an, nicht wenig Leute, die ich kenne, drücken solche Anrufe sofort weg. Da wär es schon gut, wenn der Roboter die echte Nummer des Kettenstarters anzeigen würde. Dann kommt der Anruf auch bei solchen Leuten durch, die ein “rotes Telefonbuch” auf dem Handy haben.

Geht man doch dran, hört sich die Anruferstimme mit Ihrem markanten “Hallo” so an, wie die von den tausenden “Sie haben gewonnen”-Anrufern. Schwapp, gleich mein erster Teilnehmer hat sofort aufgelegt.

Dann ist die Ansage so allgemein, daß nicht einmal der Name des Anrufers oder der Name der Telefonkette durchkommt. Alles muß in die Message gepackt werden. Zumindest eine zentrale Ansage für die Kette wäre nicht schlecht, dann würde der Anruf gleich mit der vertrauten Stimme kommen, die Gewinnspiel-Gewinner-Anmutung wäre weggefallen.

Aber wie ich die Jungs aus Radewormwald kenne, bekommen die das auch hin.

Ich drück die Daumen.

Nüvifone – Bilder

Nachdem ich die Erlaubnis habe: hier die Bilder des Nüvifone von Garmin.

Gespannt bin ich wirklich, was im Herbst wirklich auf den Markt kommt. Der Wettbewerb ist attraktiv, aber die anderen kochen auch alle nur mit Wasser.

Nüvifone

Nüvifone 2

Nüvifone – wie nätt. Darauf warte ich also die ganze Zeit. Schön zu wissen.

Da kommt doch tatsächlich eine frische Brise auf, im Markt für kleine akkuausgestattete Mitnehmgeräte an der Antenne. Die Styles des iTelefons aus Amerika haben offensichtlich manchen Hersteller aus der Reserve gelockt, so wie weiland der japanische Wandersmann mit den Bandkassetten. Doch daß es gar keine Telefongerätefirma ist, die das “next-hottest-thing in telco” bringen wird, hätte keiner vermutet. Naheligend ist es aber, das ist sonnenklar.

Nüvifone heißt das Teil und es sieht klasse aus. Und es kann KINTT: Kontakte, Internet (mit UMTS), Navigation, Telefon und Termine – voila, ein großer Schritt hin zur eierlegenden Wollmichsau. Bauen wird es Garmin, jene Firma, die das GPS quasi von Anfang an mitgemacht hat. Und natürlich ist es kein Wunder, daß diese Company ihre große Kompetenz als Basis für die zu bewältigende Herausforderung genommen hat. Noch sieht man nichts außer gephotoshoppten Hochglanz-Pressefotos (http://www8.garmin.com/buzz/nuvifone/media_gallery.jsp) und genaue Daten müssen zudem abgewartet werden. Aber die Ankündigung Q3/2008 läßt zumindest hoffen, daß ein Weinhachts-Gadget 2008 gebucht ist.

Nun kann man vielleicht beginnen, 1 und 1 zusammenzuzählen und aus der angekündigten Zusammenarbeit mit Google (siehe Screenshot) spekulieren, nämlich darauf, daß dies eines der ersten Android-Geräte sein könnte. Wundern würde es mich wirklich nicht.

Gerne würde ich die Pressebilder verlinken, aber ich habe noch keine Erlaubnis.